Ist der Ausfall eines der beiden Triebwerke in der Startphase so gravierend? Die EC 135 hat doch zwei Turbinen die auf eine Antriebwelle gehen. Natürlich kann ich mir denken dass nur die halbe Leistung zur Verfügung aber genügt diese nicht für die sichere Landung?
Wenn man einen Vogel nicht fliegen lässt dann lernt er das Fliegen nie !!!
Warum werden Flugzeuge nicht aus dem Material wie das der Blackbox gebaut ?????
das hatten wir doch neulich Christoph, Im Falle eines Starts nach hinten/oben kann wie ich Peter verstanden habe sicher gelandet werden, da man die freie Fläche ja quasi vor sich hat. In dem Video "was ein Start" befindet sich die Maschine ja nur knapp über dem Boden und ein Ausfall einer Turbine könnte nicht mehr rechtzeitig realisiert werden. Aber wir haben ja einen Fachmann unter uns, der sicherlich nochmal das ganze aufgreift
Hallo Jörg, ich bin ein wenig stolz auf Dich, eigentlich könntest Du schon eine schriftliche Arbeit im Fach "Flugverfahren" bestehen. Spaß beiseite, die Rettungshubschrauber im cat A Verfahren können bei Beachtung der Limitierungen den Start (oder die Landung) im Falle eines technischen Gebrechens abbrechen und mit Hilfe nur eines Triebwerkes am Lande/Startplatz landen oder bei ausreichender Höhe durchstarten.
Für den Schwebeflug reichen im Normalfall 45 - 50% auf beiden Triebwerken aus. Für den Start von einer erhöhten Plattform, aus verbautem Gebiet und mit einem Hubschrauber in HEMS Konfiguration ( 3 Personen Besatzung, med. Ausrüstung und ev. Patient ) benötigt man meistens 2 x 75%.
Die maximale Notleistung eines Triebwerkes ist aber nur 128% bei der P2 und 125% bei der P1 Version. Fehlen also lockere 22% für eine horizontale Landung.
Nun aber zurück zum Video. Es ist sicher beeindruckend einen Hubschrauber in dieser Art und Weise zu drehen. Bei einem Triebwerksausfall in dieser Phase ist der Pilot weder in der Lage die Maschine aufzurichten, noch rechtzeitig die Drehung zu stoppen. Bei Drehungen im Schwebeflug hat man ohnehin keine Zeit auf die Instrumente zu schauen, da ist die Konzentration auf die Hindernisfreiheit der Rotorblätter und des Heckauslegers gerichtet. Streikt nun ein Triebwerk hört man das an der sinkenden Drehzahl und einem akustischen Warnsignal gleichzeitig leuchten ein paar Warnlampen auf. Während der Pilot instinktiv am Pitch zieht, berührt bereits der untere Teil des Heckauslegers den Boden. Auch bei sofortiger Reaktion und gegenläufigen Pedalausschlages setzt der Hubschrauber seine Drehbewegung fort. Durch den Aufschlag am Heck entsteht eine Nickbewegung nach vorne. Die linke Kufe berührt mit dem hinteren Ende den Boden und kurz darauf neigt sich der Hubschrauber in Folge der noch immer andauernden Drehbewegung nach links. Es kommt zu einem unwahrscheinlich grausigem Geräusch, wenn die unter Volllast drehenden Rotorblätter den Erdboden berühren. Durch die Wucht des Aufpralls und das dabei entstehende Drehmoment wird das gesamte Hauptgetriebe nach vorne aus der Verankerung gerissen. Auslaufender Treibstoff, Triebwerks- und Hydrauliköl geben dem gigantischen Schauspiel einen unnachahmlichen Geruch. Für die Besatzung im Hubschrauber erfolgt dies in Zeitlupe. Niemand kann wirklich etwas am Ausgang des Disasters ändern. Vielleicht ist es ganz gut, wenn man über diese Dinge vorher nachdenkt denn 90% aller Unfälle beginnen mit den Worten:"Let me show yo something".
Es ist unglaublich,wieviel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag.